Professor Mamlock von Friedrich Wolf

8. November 2010

Verfilmung des Dramas Professor Mamlock von Friedrich Wolf, Regie Konrad Wolf

09.11.2010

Nach dem Mahngang am 09.11.2010, Filmabend Professor Mamlock

Professor Mamlock von Friedrich Wolf

Verfilmung des Dramas Professor Mamlock von Friedrich Wolf, Regie Konrad Wolf

Dienstag, 09. November 2010, 20.00 Uhr

Gießen, Walltorstraße 17, Café Amélie

Am 11. Juli 1961 kam eine Verfilmung durch die DEFA in die Kinos der DDR, die unter Regie von Friedrich Wolfs Sohn Konrad entstanden war, der neben Karl Georg Egel auch das Drehbuch mitverfasste. Der Film ist mit Wolfgang Heinz (Professor Mamlock), Ursula Burg (Ellen Mamlock), Hilmar Thate (Rolf Mamlock), Doris Abeßer (Ruth Mamlock), Peter Sturm (Dr. Hirsch), Harald Halgardt (Dr. Hellpach), Lissy Tempelhof (Dr. Inge Ruoff), Agnes Kraus (Schwester Doris) und Ulrich Thein (Arbeiter Ernst) außergewöhnlich gut mit bekannten Schauspielern der DEFA besetzt. Manfred Krug spielt in einer Nebenrolle einen SA-Sturmführer.

Handlung des Filmes Erster Akt – vor der Wahl im Mai 1932, auf der Station von Professor Mamlock Die Ärzte und das Pflegepersonal in der Klinik unterhalten sich über die politische Situation in Deutschland. Zwei der Ärzte, Dr. Hellpach und Dr. Inge Ruoff, hoffen darauf, dass Adolf Hitler an die Macht gelangt. Dr. Hirsch äußert sich dagegen, ebenso wie der Chefredakteur des „Neuen Tagblatts“ Dr. Seidel, der als Patient anwesend ist. Alle anderen sind zurückhaltend. Professor Mamlock untersagt politische Diskussionen in seiner Klinik.

Zweiter Akt – 8. Februar 1933, unmittelbar nach dem Reichstagsbrand, im Wohnzimmer der Familie Mamlock Ellen, die Frau von Professor Mamlock, unterhält sich mit ihrem Sohn Rolf und ihrer Tochter Ruth. Rolf liest aus der Tageszeitung über den Reichstagsbrand vor. Er beschuldigt die Nationalsozialisten der Brandstiftung. Die Mutter ist besorgt und bittet Rolf, sich von der Politik fernzuhalten. Der Vater ist über Rolfs Anschuldigungen empört, da er sie für eine Verleumdung des Staates hält. Rolf, der als einziger in der Familie den Ernst der Situation erkennt und im Untergrund verbotene Zeitungen verteilt, wird von seinem Vater vor die Entscheidung zwischen Arbeit und Familie gestellt. Er verlässt die Wohnung. Szene aus der Premiere in den Berliner Kammerspielen im Dezember 1959; Professor Mamlock (Wolfgang Heinz), seine Frau Ellen (Ursula Burg) und seine Tochter Ruth (Karola Ebeling) Kurze Zeit später verkündet der jüdische Krankenpfleger Simon, dass Truppen der SA die Klinik besetzt haben und nach „nichtarischen“ Ärzten suchen. Es kommt in der Klinik zu Arbeitsverboten für alle Kommunisten, Pazifisten, Internationalisten und Juden. Dr. Ruoff kündigt an, dass sie nicht mehr unter dem Juden Mamlock arbeiten werde. Dr. Hellpach verlässt den Dienst in der Klinik und wird SS-Mann.

Dritter Akt – April 1933, im Wohnzimmer der Familie Mamlock Professor Mamlock darf seine Klinik nicht mehr betreten. An seiner Stelle übernimmt nun Dr. Hellpach die Leitung. Ruth wird in der Schule beschimpft und durch Schmierereien auf ihrer Kleidung gedemütigt. Mamlock versucht nun trotz des Verbots, in die Klinik zu gelangen. Dabei fällt er einer Gruppe SA-Männer in die Hände, die seine Kleidung zerreißen und ihm ein Schild mit der Aufschrift „Jude“ um den Hals hängen. Er kehrt als gebrochener Mann nach Hause zurück.

Vierter Akt – Der folgende Tag in der Klinik Aufgrund einer neuen Verordnung darf Professor Mamlock als verdienstvoller Kriegsteilnehmer wieder in der Klinik arbeiten. Er hofft nun wieder auf Gerechtigkeit. Dr. Hellpach weist vor allen Mitarbeitern darauf hin, dass alle „Nichtarier“, für welche die Kriegsteilnehmerklausel nicht zutrifft, sofort zu entlassen sind. Professor Mamlock solidarisiert sich mit dem Krankenpfleger Simon und erkennt, dass sein Hoffen auf Gerechtigkeit umsonst war. Er begehrt kurz auf, woraufhin sich einige seiner alten Freunde von ihm abwenden. Nachdem er dann keinen anderen Ausweg mehr sieht, erschießt er sich mit seiner alten Pistole aus dem Ersten Weltkrieg.

Dienstag, 09. November 2010, 20.00 Uhr Gießen, Walltorstraße 17, Café Amélie Am 11. Juli 1961 kam eine Verfilmung durch die DEFA in die Kinos der DDR, die unter Regie von Friedrich Wolfs Sohn Konrad entstanden war, der neben Karl Georg Egel auch das Drehbuch mitverfasste. Der Film ist mit Wolfgang Heinz (Professor Mamlock), Ursula Burg (Ellen Mamlock), Hilmar Thate (Rolf Mamlock), Doris Abeßer (Ruth Mamlock), Peter Sturm (Dr. Hirsch), Harald Halgardt (Dr. Hellpach), Lissy Tempelhof (Dr. Inge Ruoff), Agnes Kraus (Schwester Doris) und Ulrich Thein (Arbeiter Ernst) außergewöhnlich gut mit bekannten Schauspielern der DEFA besetzt. Manfred Krug spielt in einer Nebenrolle einen SA-Sturmführer. Handlung des Filmes Erster Akt – vor der Wahl im Mai 1932, auf der Station von Professor Mamlock Die Ärzte und das Pflegepersonal in der Klinik unterhalten sich über die politische Situation in Deutschland. Zwei der Ärzte, Dr. Hellpach und Dr. Inge Ruoff, hoffen darauf, dass Adolf Hitler an die Macht gelangt. Dr. Hirsch äußert sich dagegen, ebenso wie der Chefredakteur des „Neuen Tagblatts“ Dr. Seidel, der als Patient anwesend ist. Alle anderen sind zurückhaltend. Professor Mamlock untersagt politische Diskussionen in seiner Klinik. Zweiter Akt – 8. Februar 1933, unmittelbar nach dem Reichstagsbrand, im Wohnzimmer der Familie Mamlock Ellen, die Frau von Professor Mamlock, unterhält sich mit ihrem Sohn Rolf und ihrer Tochter Ruth. Rolf liest aus der Tageszeitung über den Reichstagsbrand vor. Er beschuldigt die Nationalsozialisten der Brandstiftung. Die Mutter ist besorgt und bittet Rolf, sich von der Politik fernzuhalten. Der Vater ist über Rolfs Anschuldigungen empört, da er sie für eine Verleumdung des Staates hält. Rolf, der als einziger in der Familie den Ernst der Situation erkennt und im Untergrund verbotene Zeitungen verteilt, wird von seinem Vater vor die Entscheidung zwischen Arbeit und Familie gestellt. Er verlässt die Wohnung. Szene aus der Premiere in den Berliner Kammerspielen im Dezember 1959; Professor Mamlock (Wolfgang Heinz), seine Frau Ellen (Ursula Burg) und seine Tochter Ruth (Karola Ebeling) Kurze Zeit später verkündet der jüdische Krankenpfleger Simon, dass Truppen der SA die Klinik besetzt haben und nach „nichtarischen“ Ärzten suchen. Es kommt in der Klinik zu Arbeitsverboten für alle Kommunisten, Pazifisten, Internationalisten und Juden. Dr. Ruoff kündigt an, dass sie nicht mehr unter dem Juden Mamlock arbeiten werde. Dr. Hellpach verlässt den Dienst in der Klinik und wird SS-Mann. Dritter Akt – April 1933, im Wohnzimmer der Familie Mamlock Professor Mamlock darf seine Klinik nicht mehr betreten. An seiner Stelle übernimmt nun Dr. Hellpach die Leitung. Ruth wird in der Schule beschimpft und durch Schmierereien auf ihrer Kleidung gedemütigt. Mamlock versucht nun trotz des Verbots, in die Klinik zu gelangen. Dabei fällt er einer Gruppe SA-Männer in die Hände, die seine Kleidung zerreißen und ihm ein Schild mit der Aufschrift „Jude“ um den Hals hängen. Er kehrt als gebrochener Mann nach Hause zurück. Vierter Akt – Der folgende Tag in der Klinik Aufgrund einer neuen Verordnung darf Professor Mamlock als verdienstvoller Kriegsteilnehmer wieder in der Klinik arbeiten. Er hofft nun wieder auf Gerechtigkeit. Dr. Hellpach weist vor allen Mitarbeitern darauf hin, dass alle „Nichtarier“, für welche die Kriegsteilnehmerklausel nicht zutrifft, sofort zu entlassen sind. Professor Mamlock solidarisiert sich mit dem Krankenpfleger Simon und erkennt, dass sein Hoffen auf Gerechtigkeit umsonst war. Er begehrt kurz auf, woraufhin sich einige seiner alten Freunde von ihm abwenden. Nachdem er dann keinen anderen Ausweg mehr sieht, erschießt er sich mit seiner alten Pistole aus dem Ersten Weltkrieg.

Kurdische politische Gefangene

1. November 2010

Veranstaltung der Roten Hilfe Gießen, der Kurdistan Solidarität Gießen und dem Verband der Studierenden aus Kurdistan

02.11.2010

Veranstaltung zu der Situation kurdischer politischer Gefangener

Kurdische politische Gefangene

Veranstaltung der Roten Hilfe Gießen, der Kurdistan Solidarität Gießen und dem Verband der Studierenden aus Kurdistan

Veranstaltung zu der Situation kurdischer politischer Gefangener

Dienstag, 02. November 2010, 19.00 Uhr

Café Amélie (Gießen, Walltorstr. 17)

Kurdische politische Gefangene Obwohl die Unterdrückung der kurdischen Bewegung unvermindert anhält ist dies in Deutschland kein Thema mehr. Um auf die Situation der Kurden aufmerksam zu machen und die politischen Hintergründe zu klären führen die Rote Hilfe Gießen, die Kurdistan Solidarität und der Verband der Studierenden aus Kurdistan eine gemeinsame Veranstaltung durch. Ein Vertreter von Maf-Dad, Mahmut Sakar (Rechtsanwalt aus der Türkei) und ein Vertreter der Roten Hilfe werden über die Lage kurdischer politischer Gefangener in der Türkei und in Deutschland berichten. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 02.11.2010, im Café Amélie (Walltorstr.17) um 19.00 Uhr statt.

Dienstag, 02. November 2010, 19.00 Uhr Café Amélie (Gießen, Walltorstr. 17) Kurdische politische Gefangene Obwohl die Unterdrückung der kurdischen Bewegung unvermindert anhält ist dies in Deutschland kein Thema mehr. Um auf die Situation der Kurden aufmerksam zu machen und die politischen Hintergründe zu klären führen die Rote Hilfe Gießen, die Kurdistan Solidarität und der Verband der Studierenden aus Kurdistan eine gemeinsame Veranstaltung durch. Ein Vertreter von Maf-Dad, Mahmut Sakar (Rechtsanwalt aus der Türkei) und ein Vertreter der Roten Hilfe werden über die Lage kurdischer politischer Gefangener in der Türkei und in Deutschland berichten. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 02.11.2010, im Café Amélie (Walltorstr.17) um 19.00 Uhr statt.

Aufruf für eine antifaschistische Demonstration am Samstag, 17.04.2010

16. April 2010

17.04.2010

Aufruf für eine antifaschistische Demonstration am Samstag, 17.04.2010

Lahntaler Bündnisses, Demonstration gegen Neonazistrukturen in Lahntal und in Mittelhessen.

Samstag, 17. April 2010, 12.00 Uhr

Gossfelden/ Lahntal – Festplatz

LAUFKUNDGEBUNG GEGEN RECHTSRADIKALISMUS MIT FESTCHARAKTER 11ºº UHR VORABKUNDGEBUNG » STERZHAUSEN | REWE 12ºº UHR AUFTAKTKUNDGEBUNG » GOSSFELDEN | FESTPLATZ 17. April 11ºº UHR VORABKUNDGEBUNG » STERZHAUSEN | REWE 12 UHR AUFTAKTKUNDGEBUNG » GOSSFELDEN | FESTPLATZ KLEINER SPAZIERGANG DURCHS DORF MIT ZWISCHENKUNDGEBUNG, DANN ABSCHLUSSKUNDGEBUNG MIT MUSIK UND VERPFLEGUNG AN DER ALTEN BRÜCKE REDEBEITRÄGE: BÜRGERFORUM GEWALTFREIES LAHNTAL, BÜNDNIS GEGEN RECHTS MARBURG, DISSIDENT MARBURG, DGB MITTELHESSEN ABLAUF buerger forum@gemeinde-lahntal.de

Im Sommer vergangenen Jahres rückte eine traurige Gewalttat die Gemeinde Lahntal in das Blickfeld der Öffentlichkeit: Auf der historischen Brücke in Goßfelden verprügelte eine Gruppe vermummter rechter Jugendlicher zwei alternativ aussehende Männer. Die Polizei reagierte auf einen Notruf erst recht spät, so dass keine Täter mehr dingfest gemacht werden konnten. Mit diesem Vorfall stellte sich plötzlich die Frage: GIBT ES EIN PROBLEM MIT In der Folgezeit wurden weitere Vorfälle bekannt. Schon im Sommer 2008 wurden in Goßfelden zwei Frauen von rechten Jugendlichen zusammengeschlagen. Von der Gerichtsverhandlung im Herbst 2009 wusste die Oberhessische Presse zu berichten, dass Manuel Mann – NPD-Direktkandidat – vor Ort war und die Angeklagten offensichtlich kennt. Kurze Zeit zuvor hatte Mann mit Gleichgesinnten in Sarnau eine Spontandemonstration gegen das »Bürgerforum gewaltfreies Lahntal« veranstaltet. Wiederum ein paar Wochen später wurde nach einem Diskoabend in Goßfelden erneut ein 35jähriger Mann zusammengeschlagen, auch hier wird u.a. von der Polizei von einem rechten Hintergrund der Tat ausgegangen. Schlussendlich wurde auf einer Informationsveranstaltung am 18.11.09 bekannt, dass der Jugendclub in Sterzhausen im November 2008 geschlossen werden musste, da extrem rechte Symbole an die Wand geschmiert wurden und ein „erwachsener Rechtsextremist” die Jugendlichen im Club aufgesucht und zu Konzerten mitgenommen hat (OP 18.11.09). Mit Fug und Recht muss also konstatiert werden, dass es im Lahntal ein massives Problem mit Nazis gibt. EIN MASSIVES RECHTES PROBLEM, Kurz nach dem Vorfall im Sommer 2009 hat sich zwar vor Ort ein bürgerliches Bündnis gebildet, das auch schon erste öffentliche Aktionen durchgeführt hat. Jedoch zeigen die Ereignisse der letzten Monate deutlich, dass sich das Problem mit den rechten Jugendlichen vor Ort nicht einfach aufgelöst hat. Zudem muß dieses Erstarken von rechten Strukturen in Verbindung mit ähnlichen Entwicklungen im Lahn- Dill- und Schwalm-Eder-Keis (SEK) gesehen werden. Im Raum Wetzlar treiben sei einiger Zeit autonome Nationalisten bzw. die Anti-Antifa Wetzlar ihr Unwesen. Im Oktober 2008 fand in Wetzlar eine Neonazi-Demonstration mit ca. 300 TeilnehmerInnen statt. Darüber hinaus sind in den letzten Monaten vermehrt Übergriffe und Sprühaktionen von Neonazis zu verzeichnen. So wurden Ende letzten Jahres versucht, eine Veranstaltung „Rock gegen Rechts” anzugreifen. Im Januar wurde die Wände einer Schule in Wetzlar mit extrem rechten Parolen beschmiert. Im SEK machte schon seit Längerem eine rechte Gruppierung namens „Freie Kräfte Schwalm Eder” auf sich aufmerksam. Neonazis aus ihrem Umfeld überfielen im Sommer 2008 ein solid’ Camp. Zudem fällt diese Gruppierung immer wieder mit Übergriffen auf MigrantInnen und alternative Jugendliche auf. Diese Entwicklungen sind jedoch keineswegs nur das Problem der „Leute vor Ort”. Vielmehr sind rechte Strukturen ein gesamtgesellschaftliches Problem gegen das alle ihre Stimme erheben müssen. Aus diesem Grund wollen wir als „Bürgerforum gewaltfreies Lahntal“ mit Unterstützung des „Marburger Bündnis gegen Rechts“ am 17. April in Goßfelden demonstrieren, um zu zeigen, dass das alle etwas angeht und die Vorkommnisse keinesfalls vergessen sind. RECHTEN STRUKTUREN IM LAHNTAL? FÜR RECHTE STRUKTUREN! FASCHISMUS IST KEINE MEINUNG, SONDERN EIN VERBRECHEN. RECHTEN STRUKTUREN IM LAHNTAL UND ÜBERALL ! NICHT NUR IM LAHNTAL… KEINE RUHE DEN BODEN ENTZIEHEN,

Samstag, 17. April 2010, 12.00 Uhr Gossfelden/ Lahntal – Festplatz LAUFKUNDGEBUNG GEGEN RECHTSRADIKALISMUS MIT FESTCHARAKTER 11ºº UHR VORABKUNDGEBUNG » STERZHAUSEN | REWE 12ºº UHR AUFTAKTKUNDGEBUNG » GOSSFELDEN | FESTPLATZ 17. April 11ºº UHR VORABKUNDGEBUNG » STERZHAUSEN | REWE 12 UHR AUFTAKTKUNDGEBUNG » GOSSFELDEN | FESTPLATZ KLEINER SPAZIERGANG DURCHS DORF MIT ZWISCHENKUNDGEBUNG, DANN ABSCHLUSSKUNDGEBUNG MIT MUSIK UND VERPFLEGUNG AN DER ALTEN BRÜCKE REDEBEITRÄGE: BÜRGERFORUM GEWALTFREIES LAHNTAL, BÜNDNIS GEGEN RECHTS MARBURG, DISSIDENT MARBURG, DGB MITTELHESSEN ABLAUF buerger forum@gemeinde-lahntal.de Im Sommer vergangenen Jahres rückte eine traurige Gewalttat die Gemeinde Lahntal in das Blickfeld der Öffentlichkeit: Auf der historischen Brücke in Goßfelden verprügelte eine Gruppe vermummter rechter Jugendlicher zwei alternativ aussehende Männer. Die Polizei reagierte auf einen Notruf erst recht spät, so dass keine Täter mehr dingfest gemacht werden konnten. Mit diesem Vorfall stellte sich plötzlich die Frage: GIBT ES EIN PROBLEM MIT In der Folgezeit wurden weitere Vorfälle bekannt. Schon im Sommer 2008 wurden in Goßfelden zwei Frauen von rechten Jugendlichen zusammengeschlagen. Von der Gerichtsverhandlung im Herbst 2009 wusste die Oberhessische Presse zu berichten, dass Manuel Mann – NPD-Direktkandidat – vor Ort war und die Angeklagten offensichtlich kennt. Kurze Zeit zuvor hatte Mann mit Gleichgesinnten in Sarnau eine Spontandemonstration gegen das »Bürgerforum gewaltfreies Lahntal« veranstaltet. Wiederum ein paar Wochen später wurde nach einem Diskoabend in Goßfelden erneut ein 35jähriger Mann zusammengeschlagen, auch hier wird u.a. von der Polizei von einem rechten Hintergrund der Tat ausgegangen. Schlussendlich wurde auf einer Informationsveranstaltung am 18.11.09 bekannt, dass der Jugendclub in Sterzhausen im November 2008 geschlossen werden musste, da extrem rechte Symbole an die Wand geschmiert wurden und ein „erwachsener Rechtsextremist” die Jugendlichen im Club aufgesucht und zu Konzerten mitgenommen hat (OP 18.11.09). Mit Fug und Recht muss also konstatiert werden, dass es im Lahntal ein massives Problem mit Nazis gibt. EIN MASSIVES RECHTES PROBLEM, Kurz nach dem Vorfall im Sommer 2009 hat sich zwar vor Ort ein bürgerliches Bündnis gebildet, das auch schon erste öffentliche Aktionen durchgeführt hat. Jedoch zeigen die Ereignisse der letzten Monate deutlich, dass sich das Problem mit den rechten Jugendlichen vor Ort nicht einfach aufgelöst hat. Zudem muß dieses Erstarken von rechten Strukturen in Verbindung mit ähnlichen Entwicklungen im Lahn- Dill- und Schwalm-Eder-Keis (SEK) gesehen werden. Im Raum Wetzlar treiben sei einiger Zeit autonome Nationalisten bzw. die Anti-Antifa Wetzlar ihr Unwesen. Im Oktober 2008 fand in Wetzlar eine Neonazi-Demonstration mit ca. 300 TeilnehmerInnen statt. Darüber hinaus sind in den letzten Monaten vermehrt Übergriffe und Sprühaktionen von Neonazis zu verzeichnen. So wurden Ende letzten Jahres versucht, eine Veranstaltung „Rock gegen Rechts” anzugreifen. Im Januar wurde die Wände einer Schule in Wetzlar mit extrem rechten Parolen beschmiert. Im SEK machte schon seit Längerem eine rechte Gruppierung namens „Freie Kräfte Schwalm Eder” auf sich aufmerksam. Neonazis aus ihrem Umfeld überfielen im Sommer 2008 ein solid’ Camp. Zudem fällt diese Gruppierung immer wieder mit Übergriffen auf MigrantInnen und alternative Jugendliche auf. Diese Entwicklungen sind jedoch keineswegs nur das Problem der „Leute vor Ort”. Vielmehr sind rechte Strukturen ein gesamtgesellschaftliches Problem gegen das alle ihre Stimme erheben müssen. Aus diesem Grund wollen wir als „Bürgerforum gewaltfreies Lahntal“ mit Unterstützung des „Marburger Bündnis gegen Rechts“ am 17. April in Goßfelden demonstrieren, um zu zeigen, dass das alle etwas angeht und die Vorkommnisse keinesfalls vergessen sind. RECHTEN STRUKTUREN IM LAHNTAL? FÜR RECHTE STRUKTUREN! FASCHISMUS IST KEINE MEINUNG, SONDERN EIN VERBRECHEN. RECHTEN STRUKTUREN IM LAHNTAL UND ÜBERALL ! NICHT NUR IM LAHNTAL… KEINE RUHE DEN BODEN ENTZIEHEN,

Mahngang und zur Kundgebung gegen faschistische Umtriebe in Wetzlar

18. März 2010

Brandanschlag in Wetzlar am 05.03./06.03.2010

19.03.2010

Kommt alle zum Mahngang und zur Kundgebung nach Wetzlar am 19.03.2010

Mahngang und zur Kundgebung gegen faschistische Umtriebe in Wetzlar

Brandanschlag in Wetzlar am 05.03./06.03.2010

• Mahngang ab Bahnhofstraße./Buderusplatz., 17.00 h • Kundgebung auf dem Domplatz, 17.30

Freitag, 19. März 2010, 17.00 Uhr

Wetzlar

In der Nacht vom 05.03 auf den 06.03.2010 wurde ein Brandsatz gegen das Wohnhaus eines Wetzlarers geworfen, der sich im Bündnis gegen Rechts engagiert! Anscheinend erfolgte der Wurf aus einem fahrenden Auto, da ein Nachbar durch das Klirren von Glas und anschließendes Reifenquietschen um ca. 1.10 Uhr aufmerksam wurde. Er informierte die Bewohner und gemeinsam konnte das Feuer schnell gelöscht werden. Körperliche Verletzungen erlitt zum großen Glück niemand. Dies war der dritte Angriff auf das gleiche Haus, wobei die beiden ersten Male Farbkugeln waren und „nationale Grüße“. Die eingerichtete SOKO der Polizei ermittelt wegen schwerer Brandstiftung und einem Tötungsdelikt. In Wetzlar ist seit ca. zwei Jahren eine zunehmende Aktivität der Faschisten aus den Reihen der „Autonomen Nationalisten“ und der „Anti-Antifa“ zu verzeichnen. Zweimal war das Haus des Antifaschisten schon Ziele von Farbbeutelwürfen. Trotzdem ermittelt die eingesetzte SOKO der Polizei in „alle Richtungen“. Am Freitag, den 19. März 2010 findet in Wetzlar aus diesem Anlass ein Mahngang und eine Kundgebung statt: • Mahngang ab Bahnhofstraße./Buderusplatz., 17.00 h • Kundgebung auf dem Domplatz, 17.30

Freitag, 19. März 2010, 17.00 Uhr Wetzlar In der Nacht vom 05.03 auf den 06.03.2010 wurde ein Brandsatz gegen das Wohnhaus eines Wetzlarers geworfen, der sich im Bündnis gegen Rechts engagiert! Anscheinend erfolgte der Wurf aus einem fahrenden Auto, da ein Nachbar durch das Klirren von Glas und anschließendes Reifenquietschen um ca. 1.10 Uhr aufmerksam wurde. Er informierte die Bewohner und gemeinsam konnte das Feuer schnell gelöscht werden. Körperliche Verletzungen erlitt zum großen Glück niemand. Dies war der dritte Angriff auf das gleiche Haus, wobei die beiden ersten Male Farbkugeln waren und „nationale Grüße“. Die eingerichtete SOKO der Polizei ermittelt wegen schwerer Brandstiftung und einem Tötungsdelikt. In Wetzlar ist seit ca. zwei Jahren eine zunehmende Aktivität der Faschisten aus den Reihen der „Autonomen Nationalisten“ und der „Anti-Antifa“ zu verzeichnen. Zweimal war das Haus des Antifaschisten schon Ziele von Farbbeutelwürfen. Trotzdem ermittelt die eingesetzte SOKO der Polizei in „alle Richtungen“. Am Freitag, den 19. März 2010 findet in Wetzlar aus diesem Anlass ein Mahngang und eine Kundgebung statt: • Mahngang ab Bahnhofstraße./Buderusplatz., 17.00 h • Kundgebung auf dem Domplatz, 17.30

Kommt alle zur Demonstration zur Erinnerung an die Reichspogromnacht 1938

8. November 2009

09.11.2009

Erinnerung an die Reichspogromnacht 1938

Kommt alle zur Demonstration zur Erinnerung an die Reichspogromnacht 1938

Demonstration zur Erinnerung an die Reichspogromnacht in Gießen

Montag, 09. November 2009, 18 Uhr

Neues Rathaus, Berliner Platz 1, Gießen

Montag, 09. November 2009, 18 Uhr Neues Rathaus, Berliner Platz 1, Gießen

Tot eines kompromisslosen Antifaschisten

geschrieben von VVN/BdA Kreisvereinigung Gießen

9. Januar 2009

Nicht so vieles Federlesen! Laß mich immer nur herein: Denn ich bin ein Mensch gewesen Und das heißt, ein Kämpfer sein. Johann Wolfgang Goethe Frank ist tot. Wir trauern um unseren Freund, Kollegen, Mitstreiter, Kameraden und Genossen Frank Pötter!

Wir trauern um unseren Freund, Kollegen, Mitstreiter, Genossen Frank Pötter

Internationale Solidarität

geschrieben von Ulrich Schneider

31. Januar 2006

Ein wichtiges Element antifaschistischer Arbeit war schon immer die internationale Solidarität. Dieses Prinzip, dass politisches Handeln für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte nicht an den nationalen Grenzen halt machen oder gar zu Lasten von Menschen und Völkern anderer Nationen durchgesetzt werden kann, war eine Grunderkenntnis der Kräfte der Arbeiterbewegung, die historisch die Hauptlast des antifaschistischen Kampfes trugen.

Dabei war es keine Frage der jeweiligen politischen Position, dies galt gleichermaßen für sozialdemokratische, kommunistische und andere Richtungen der Arbeiterorganisationen.

Dieser Internationalismus im antifaschistischen Handeln wurde auch von liberalen und bürgerlichen Kräften anerkannt. Erlebten sie doch, dass Internationalismus eine existenzielle Notwendigkeit des Handelns gegen die nationalistische und chauvinistische Ideologie der jeweiligen faschistischen Herrschaft, ob in Deutschland, Italien, Spanien, Bulgarien oder in anderen Ländern war. Faschistische Ideologie und Politik, die sich zu einer direkten Bedrohung nicht nur für die Nachbarstaaten entwickelte, war in der Regel verbunden mit imperialistischen Expansions- und Herrschaftsplänen. Sie konnten nur im gemeinsamen Kampf aller von diesen Regimes bedrohten Länder und Völker bekämpft werden. Daraus ergab sich ganz originär eine Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg.

Dabei hatte solche Zusammenarbeit im antifaschistischen Handeln wenig zu tun mit dem klassischen Koalitions- und Beistandspaktdenken der herrschenden Eliten der jeweiligen Staaten. Es war vielmehr aus den Erfahrungen der Antifaschisten eine Zusammenarbeit der Völker, die sich auch in praktischer Solidarität mit den Verfolgten und im antifaschistischen Handeln ausdrückte. Dazu gehörte beispielsweise die Hilfe für Verfolgte und Exilanten oder die Unterstützung von Widerstandsgruppen bei der grenzüberschreitenden antifaschistischen Arbeit. Besonders aktiv war in diesem Zusammenhang die Internationale Transportarbeiter Föderation (ITF), die sich bei der Rettung von Verfolgten und beim illegalen Transport von Druckschriften hervorgetan hat. Aber auch in den Ländern des Exils war dieser Internationalismus lebendig. Er schuf die Rahmenbedingungen, dass in Prag der Exilvorstand der SoPaDe arbeiten konnte, in Moskau das ZK der KPD, in London der „Deutsche Kulturbund“ und in mehreren Ländern deutsche Antifaschisten, die im Exil die Komitees „Freies Deutschland“ und andere politische Strukturen des antifaschistischen Handelns aufbauen konnten. Antifaschismus als Internationalismus zeigte sich besonders deutlich im Kampf gegen die Bedrohung der Spanischen Republik durch den faschistischen Putsch von General Franco. Hier formte er sich in den Internationalen Brigaden, die – gegen die „Nichteinmischungshaltung“ der Westmächte – praktische Solidarität mit der bedrohten Republik übten. Die Kraft der internationalen Solidarität vermochte es, den faschistischen Vormarsch mehrere Monate erfolgreich aufzuhalten. Viele Antifaschisten zogen mit dem Bewusstsein nach Spanien, dort nicht nur Franco zu stoppen, sondern damit indirekt auch der faschistischen Bedrohung in ihrem eigenen Land entgegenzutreten.

Und nicht nur in Spanien lebte der Internationalismus. Die Teilnahme deutscher Antifaschisten in den Reihen der Armeen der Anti-Hitler-Koalition, in der französischen Résistance und im bewaffneten Widerstand anderer Länder war ein sichtbares Zeichen für diese Gemeinsamkeit der antifaschistischen Idee über Grenzen, Nationen und Völker hinweg.

Besondere Bedeutung erhielt der internationalistische Charakter des antifaschistischen Widerstandes in den Konzentrationslagern. Hier ging es darum, durch die illegale vertrauensvolle Zusammenarbeit von deutschen und ausländischen Häftlingen ein gemeinsames Überleben zu sichern. Dies war schwerer als in den Zeiten der Illegalität, da in den KZs nicht nur politisch klar denkende Häftlinge eingesperrt waren. Umso wichtiger war es für das Überleben aller Häftlinge, auch unter diesen Bedingungen Solidarität und Internationalismus zu praktizieren. In fast allen größeren Lagern bildeten sich konspirativ internationale Häftlingskomitees. Im KZ Buchenwald gelang es bekanntermaßen, sogar eine illegale Internationale Militärorganisation aufzubauen, die die Basis für die Selbstbefreiung der Häftlinge am 11. April 1945 bildete. Und es war nur konsequent, dass die befreiten Häftlinge des Lagers am 19. April 1945 einen gemeinsamen Schwur ablegten, der bis heute das Vermächtnis aller Überlebenden des KZ Buchenwald ist, aus welchem Land auch immer sie kommen.

Dieser Internationalismus und die hohe Wertschätzung der deutschen antifaschistischen Widerstandskämpfer war die Begründung dafür, dass die VVN 1947 als erste deutsche politische Organisation wieder ein gleichberechtigtes Mitglied der internationalen Gemeinschaft in der FIAPP (Fédération Internationale des Anciens Prisonniers Politiques, Internationale Föderation ehemaliger politischer Gefangener), der Vorläuferorganisation der FIR, werden konnte. Diese internationale Zusammenarbeit erwies sich als eine wirksame politische Kraft im antifaschistisch- demokratischen Neuanfang, sei es in der Verfolgung von Nazi- und Kriegsverbrechern, sei es in der Verteidigung der sozialen und gesellschaftlichen Rechte der Verfolgten des Naziregimes, sei es in der Solidarität mit der vom Verbot bedrohten VVN oder im gemeinsamen Handeln gegen SS-Traditionsverbände und das Wiederaufkommen alt- und neofaschistischer Parteien und Gruppen. Im Umfeld der VVN-BdA entstanden zwei Organisationen, die im besonderen Maße mit dieser internationalistischen Arbeit verbunden sind: die DRAFD (Verband Deutscher in der Résistance, in den Streitkräften der Antihitlerkoalition und der Bewegung „Freies Deutschland“ e.V.) und die „Kämpfer und Freunde der Spanischen Republik“. In dem 1992 gegründeten Verband DRAFD fanden diejenigen Frauen und Männer zusammen, die im Ausland in den Truppen der Anti-Hitler-Koalition, in den Reihen der Partisanen und Résistance-Kämpfer oder in den organisatorischen Strukturen der antifaschistischen Komitees ihren Beitrag für die Befreiung Deutschlands von Faschismus und Krieg geleistet hatten.

Sie standen in der Bundesrepublik oftmals vor dem Problem, dass ihr Kampf durch die entsprechenden Entschädigungsgesetze nicht anerkannt war, sie daher um Wiedergutmachung und politische Anerkennung streiten mussten. Während sie in den europäischen Nachbarstaaten hoch geehrt sind, mit Auszeichnungen zum „Ritter der Ehrenlegion“ ernannt werden, müssen sie in der BRD um ihre Wertschätzung streiten. Dabei gelingt es der DRAFD immer besser, in der politischen Öffentlichkeit die Leistungen und Verdienste der deutschen Antifaschisten, die an der Seite der Alliierten kämpften, zu verdeutlichen. Die Ausstellung „Deutsche in der Résistance“ wurde seit 2004 mit großem Erfolg in verschiedenen Städten gezeigt. Ein wichtiges Anliegen der DRAFD ist die Weitergabe der Erfahrungen an die nachgeborenen Generationen. Ein erfolgreiches Beispiel war sicherlich die gemeinsame Fahrt von ehemaligen Kämpfern der Résistance und jungen Antifaschisten im Sommer 2004 nach Oradour sur Glane. Dabei standen Erinnerung und Begegnung mit französischen Antifaschisten gleichberechtigt nebeneinander.

Einen wichtigen Beitrag zu antifaschistischer Internationalismus-Arbeit leisten auch die „Kämpfer und Freunde der Spanischen Republik“. Sie halten mit ihren Zeitzeugen und historischen Berichten die Erinnerung an den internationalen antifaschistischen Kampf zur Verteidigung der Republik gegen die faschistische Bedrohung lebendig. Dabei leisten sie diese Arbeit in einem Netzwerk von Organisationen in Europa und den USA und in enger Verbindung mit jungen Generationen. Die alljährlichen internationalen Sommertreffen dienen dem Austausch von Erfahrungen und der Vorbereitung gemeinsamer antifaschistischer Initiativen. So ist auf Vorschlag der britischen Organisation im Frühjahr 2006 geplant, den Weg der Pyrenäen-Überquerung der ersten Mitglieder der Internationalen Brigaden, die illegal nach Spanien einreisten, nachzugehen. Hier werden in besonderem Maße auch jüngere Antifaschisten erwartet.

Ein Sonderfall ist die über vierzigjährige Arbeit des Internationalen Rombergpark-Komitees in Dortmund. Verbunden mit der Erinnerung an ein faschistisches Verbrechen in den letzten Tagen des Krieges wurde der Kontakt zu den überlebenden Angehörigen in zahlreichen Ländern zum Ausgangspunkt der internationalen Arbeit. Dieses Komitee und die Gedenkveranstaltung zum Karfreitag in der Bittermark haben sich in den letzten Jahrzehnten als Fokus der internationalen Verbindungen der antifaschistischen Organisation in Nordrhein-Westfalen erwiesen.

Die internationale Arbeit der VVN-BdA findet aber nicht nur in der FIR oder im Rahmen solcher Organisationen statt. Unser Internationalismus ist mit vielen Handlungsfeldern verbunden und wird als lebendiger Bestandteil der Arbeit der Organisation auf Bundes-, Landes- und Kreisebene verstanden. Wenn im Folgenden einzelne Beispiele angeführt werden, ist klar, dass damit nur ein kleiner Ausschnitt der unterschiedlichen Aktivitäten abgebildet werden kann.

Dieser Internationalismus zeigte sich konkret in der Unterstützung der Entschädigung für Zwangsarbeiter des faschistischen Sklavensystems. Die Sicherung von Dokumenten, die Aufarbeitung von Einzelschicksalen, wie es beispielsweise die Bremer Landesvereinigung mit dem Schicksal niederländischer Zwangsarbeiter gemacht hat, sind konkrete Beiträge zum Internationalismus. Schon seit vielen Jahrzehnten arbeitet die VVN-BdA im Saarland an der Aufarbeitung der Schicksale französischer Verfolgter im KZ Neue Bremm und anderen Haftstätten. Dies erfolgt in enger Verbundenheit mit französischen Partnern, wie der FNDIRP, der ANACR, der ANCAC und anderen. Begegnungen, Konferenzen und Dokumentationen sind die bisherigen praktischen Resultate dieser Arbeit.

Entsprechend der historischen und geographischen Nähe ist in Baden-Württemberg die Geschichtsarbeit eng mit der Arbeit am Gedenkort Natzweiler-Struthof verbunden. Dabei haben sich VVN-BdA-Mitglieder als anerkannte Betreuer von Gruppenbesuchen in der Gedenkstätte etabliert. Mit Gedenkmärschen durch das Elsass auf den Spuren von Heidi Hautval werden alternative Formen der Zugänge zur antifaschistischen Geschichte gesucht und erfolgreich umgesetzt.

Internationalistische Arbeit im Kontext einer Gedenkstätte steht auch für die Thüringische VVN-BdA im Zentrum. Seit vielen Jahren betreuen die Mitglieder die Überlebenden des KZ Buchenwald, wenn sie im Rahmen der Feiern zur Selbstbefreiung nach Thüringen kommen. Besonders im Jahr 2005 konnten zahlreiche Veranstaltungen mit Schulklassen und Jugendgruppen mit den Häftlingen aus allen Teilen Europas und aus Israel durchgeführt werden. Dadurch verbindet sich solche internationale Arbeit mit der Jugendarbeit der VVN-BdA. Ähnliches kann auch aus der Arbeit der sächsischen VVN-BdA berichtet werden. Ob es die erfolgreiche Arbeit der deutsch-tschechischen „Spurensucher“ oder die Begegnung in Auschwitz mit Jugendlichen aus Hoyerswerda ist, die von der VVN-BdA angeregt wurde.

Zu unseren internationalistischen Inhalten gehörten die politische Solidarität gegen die faschistischen Regime in Portugal, Griechenland oder Chile und – ganz aktuell – die Kampagne zur Rettung von Mumia Abu Jamal. Es war ein deutliches Zeichen dafür, dass der internationalistische Antifaschismus in der VVN-BdA lebendig ist, ihn auf dem Vereinigungskongress einstimmig als Ehrenmitglied aufzunehmen. Seine Grußadresse an den Bundeskongress Ende Mai 2005 war ein emotionaler Höhepunkt.

Der Internationalismus antifaschistischer Politik beweist sich aber nicht allein in der Solidarität mit Völkern und Menschen, die in anderen Ländern von Faschismus und Rassismus bedroht werden. Dazu gehört in unserem Land auch die Solidarität mit Menschen ohne deutschen Pass. Hier erweist sich antifaschistischer Internationalismus als „Humanismus in Aktion“, geht es doch darum, das Recht eines jeden Menschen auf Würde und körperliche Unversehrtheit zu verteidigen.

Antifaschismus ist eine internationalistische Kraft: damals, heute und morgen. Denn Internationalismus ist auch ein Gegenentwurf zu Nationalismus, Chauvinismus und Rassismus – nicht allein der extremen Rechten.

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Appell an die Jugend

14. März 1997

Nehmt es wahr, nehmt wenigstens ihr es wahr……was von Eueren Vorfahren meistens verdrängt, auch diskriminiert und verleugnet wurde: Das Bedeutsamste und Kostbarste aus deutscher Geschichte ist und bleibt der antifaschistische Widerstand.

Zumeist waren es einfache Frauen und Männer, vorwiegend aus der Arbeiterbewegung, in der Mehrzahl Jugendliche, die gegen Hitler und den Krieg kämpften. Nicht erst, als offenkundig wurde, daß Hitler den Krieg verliert, sondern von 1933 an! Den Krieg wollten sie verhindern, den jüdischen Menschen, den Völkern Europas und dem eigenen Volk das unermeßliche Leid ersparen, das der Nazifaschismus letztlich über sie brachte. Dafür riskierten sie alles, ihre Existenz, ihre Freiheit und ihr Leben, nahmen Konzentrationslager und Folter in Kauf. Vergeßt deshalb nie! Ihnen ist es zu verdanken, daß der Name unseres Landes nicht ausschließlich mit Schande und Ehrlosigkeit besudelt wurde.

Wir, die Überlebenden, haben vor 50 Jahren die »Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes«, die VVN gegründet. Unterschiedlich in unseren politischen und weltanschaulichen Auffassungen, sowie in unserer sozialen Herkunft, waren wir gemeinsam im Widerstand und verfolgt. So haben wir auch gemeinsam die VVN gegründet, Kommunisten, Sozialdemokraten, Liberale, Juden und Christen. Wir haben überlebt mit einem einzigen Gedanken: Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg! Es galt das Vermächtnis der Millionen Toten der faschistischen Massenvernichtung zu bewahren, die die Befreiung am 8.Mai nicht erleben konnten.

Der Nazihölle entronnen, dem sogenannten »Tausendjährigen Reich«, das für uns tatsächlich wie tausend Jahre war, jede Stunde, jeden Tag den Tod vor den Augen. Diese entsetzliche Zeit hinter uns, träumten wir von einem künftigen Leben ohne Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus und Militarismus.

Wir wollten, daß unsere unmenschlichen Erfahrungen eine Warnung für die Nachwelt sein würden.

Wir träumten von einem Leben in sozialer Gerechtigkeit, in Frieden und Freundschaft mit allen Völkern.

Wir träumten, daß nun für alle Zeiten unsere Kinder und Kindeskinder sich der Sonne, der Blumen, der Liebe erfreuen können, ohne in Angst vor Faschismus und Krieg leben zu müssen. Nach der Befreiung war es für uns, die Überlebenden, unvorstellbar, daß fast nichts von unseren Visionen und Hoffnungen in Erfüllung gehen würde.

Unfaßbar für uns, wie reibungslos sich der Übergang vom Nazireich in die Bundesrepublik vollzog. Daß ehemalige hohe Nazifunktionäre entscheidende Positionen in Regierung, Verwaltung, Wirtschaft, Justiz, Hochschulen, Medizin, im Geheimdienst und Militär einnahmen, und damit jahrzehntelang wesentlich das Klima der Politik und die prägenden Geburtsjahre dieser Republik bestimmten. Kriegsverbrecher, selten belangt und wenn, dann schonend behandelt, erhalten bis heute Opferrenten, während ganze Gruppen von Verfolgten des Naziregimes, u.a. ehemalige Zwangsarbeiter, immer noch ohne Entschädigung bleiben. Ganz zu schweigen von dem diskriminierenden Umgang mit Wehrmachtsdeserteuren die sich verweigerten, einem verbrecherischen Krieg zu dienen.

1945 war es für uns unvorstellbar, daß Ihr, die Nachgeborenen, erneut konfrontiert sein würdet mit Nazismus, Rassismus, einem wieder auflebenden Nationalismus und Militarismus. Und nun noch die ungeheure Massenarbeitslosigkeit, die immer größer werdende Kluft zwischen arm und reich, die katastrophale Zerstörung der Umwelt. Immer mehr junge Menschen leben in Zukunftsängsten.

Wir hoffen auf Euch. Auf eine Jugend, die das alles nicht stillschweigend hinnehmen wird! Wir bauen auf eine Jugend, die sich zu wehren weiß, die nicht kapituliert, die sich nicht dem Zeitgeist anpaßt, die ihm zu trotzen versteht, und deren Gerechtigkeitsempfinden nicht verloren gegangen ist.

Wir setzen auf eine Jugend, höllisch wachsam gegen alles, das wieder zu einer ähnlich braunen Barbarei führen könnte; eine Jugend, die nicht wegsieht, wo Unrecht geschieht, wo Menschenrechte verletzt werden; eine Jugend, die sich in die Tradition des antifaschistischen Widerstandes zu stellen vermag, eine Jugend, die diese Tradition aufnimmt und auf ihre eigene Art und Weise weiterführt. Wir glauben, daß dafür Eure Herzen brennen können, daß Euer Gewissen nicht ruhen wird.

Laßt Euch nicht wegnehmen, was Ihr noch an demokratischen und sozialen Errungenschaften vorfindet. Laßt sie nicht weiter abbauen! Von keinem Regierenden sind sie Euch geschenkt worden:

Es sind vor allem die Errungenschaften des antifaschistischen Widerstandes, der Niederringung des Nazifaschismus. Verteidigt, was Ihr noch habt, verteidigt es mit Klauen und Zähnen!

Es verlangt nur etwas Zivilcourage, nicht einmal besonderen Mut. Ihr riskiert nicht das Leben, nichts was dem antifaschistischen Widerstand vergleichbar wäre. Und vergeßt nicht: Der Internationalismus und die Solidarität mit den Benachteiligten und Ausgegrenzten sind unentbehrlich in diesem Kampf. Knüpft dieses Band immer fester, macht es unzerreißbar!

Reiht Euch auch ein in die Kampfgemeinschaft VVN-Bund der Antifaschisten, der organisierte Ausdruck des kollektiven Gedächtnisses an Widerstand und Verfolgung. Sie braucht Euch! In absehbarer Zeit wird es keine Zeitzeugen des schrecklichsten Abschnitts deutscher Geschichte mehr geben. Laßt das Vermächtnis des Widerstandes nicht in Vergessenheit versinken, den Schwur von Buchenwald:

»Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel!«

Übernehmt Ihr nun diesen immer noch zu erfüllenden Auftrag: ein gesichertes menschenwürdiges Leben im friedlichen Nebeneinander mit den Völkern der Welt! Sorgt dafür, daß aus der Bundesrepublik ein dauerhaftes, antifaschistisches, humanes, freiheitliches Gemeinwesen wird, in dem einem Wiederaufflammen des Nazismus, nationalem Größenwahn und rassistischen Vorurteilen keinen Raum mehr gegeben wird.

Wir vertrauen auf die Jugend, wir bauen auf die Jugend, auf Euch!

Esther Bejarano, 1924 geboren in Saarlois/ Saarland. 1940 flüchtet die Familie vor den Nazis nach Breslau, wo Esther 1941 in das Zwangsarbeiterlager Neuendorf gebracht wurde, während ihre Eltern nach Riga (Litauen) deportiert und dort in einem Wald von der SS erschossen wurden. Am 20. April 1943 wurde sie nach Auschwitz deportiert und musste zunächst in einem Arbeitskommando Steine schleppen. Später hatte sie die Möglichkeit, wegen ihrer musikalischen Fähigkeiten, im Mädchenorchester von Auschwitz zu spielen. Auf einem Todesmarsch konnte sie fliehen. Sie überlebte, ging nach Israel und kehrte 1960 mit ihrer Familie nach Deutschland zurück. Heute tritt sie als Zeitzeugin auf und gibt Konzerte mit jiddischen Liedern.

Peter Gingold, 1916 in Aschaffenburg geboren, wurde 1933 verhaftet und musste nach mehreren Monaten Gefängnis nach Frankreich emigrieren. Dort war er in der Résistance, der französischen Widerstandsbewegung aktiv. Er wurde 1943 verhaftet und gefoltert. Durch eine List entkam er den Nazis. Er schloß sich erneut der Résistance an und half bei der Befreiung von Paris. Später in Italien ging er zu den Partisanen, um weiter gegen den Faschismus zu kämpfen. Nach der Befreiung lebte er wieder in Frankfurt und war in der kommunistischen und antifaschistischen Bewegung aktiv. Als Zeitzeuge sprach er vor tausenden Schulklassen und Jugendgruppen, auf Demonstrationen und Kundgebungen, wo er seine Erfahrungen auf sehr lebendige und eindringliche Art vermittelte. Peter Gingold starb am 29. Oktober 2006 in Frankfurt am Main.

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